lautstark. 01.12.2020

Schulscharfer Sozialindex

ChancengleichheitBildungsgewerkschaft

Ungleiches wird endlich ungleich behandelt

Die NRW-Landesregierung erfüllt endlich eine langjährige GEW-Forderung und führt im Schuljahr 2021/2022 den schulscharfen Sozialindex ein. Wir haben Fakten und Forderungen zusammengefasst.

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  • Ausgabe: lautstark. 07/2020 | Im Einsatz für Gerechtigkeit
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Was ist das Ziel?

Schulen, die besonderen Herausforderungen gegenüberstehen, sollen mehr materielle und personelle Ressourcen zugewiesen bekommen. So können Kindern und Jugendlichen gerechtere Bildungschancen ermöglicht werden.

Wie funktioniert's?

Die Schulen werden in neun Stufen eingeteilt, wobei die neunte Stufe eine sehr hohe Belastung bedeutet. Das Ministerium für Schule und Bildung definiert drei Prozent aller Schulen in NRW als besonders belastet (Stufe 7 bis 9).

Was sind die Kriterien?

Folgende Kriterien werden bei der Zuordnung jeder Schule zu einer Stufe berücksichtigt: die Quote der Schüler*innen, deren Familien Sozialhilfe beanspruchen; der Anteil der Schüler*innen, in deren Familien nicht deutsch gesprochen wird; der Anteil Schüler*innen, die aus dem Ausland zugezogen sind; der Anteil an Kindern mit den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung oder Sprache.

Was fehlt?

Nicht berücksichtigt werden Belastungsfaktoren, die die konkrete Arbeitssituation der Schule betreffen, wie Krankenstand und Stellenbesetzung. Aus Sicht der GEW NRW fehlt vor allem die Zusage für zusätzliche Ressourcen.20 Prozent Stellenzuschlag bei Talentschulen sollte Orientierung sein.

Hindernis Lehrkräftemangel!

Es ist unklar, wie die durch den Sozialindex ermittlten, neu zugewiesenen Lehrer*innenstellen besetzt werden sollen – der Lehrkräftemangel in NRW ist immer noch eklatant. Das Land muss dafür sorgen, mehr Lehrkräfte zu gewinnen und den Lehrer*innenberuf attraktiver zu machen.

Wer und wann?

Entwickelt wurde der schulscharfe Sozialindex federführend von Prof. Dr. Jörg-Peter Schräpler von der Ruhr-Universität Bochum und dem Landesinstitut QUA-LiS.