Märchenstunde mit ChatGPT

Wie Künstliche Intelligenz bei der Unterrichtsplanung unterstützt

Ende 2022, als der ChatGPT-Hype endgültig in Deutschland angekommen war, saß Lehrerin und Fachleiterin für Deutsch Catrin Ingerfeld-Bloemertz schon in der ersten Infoveranstaltung über die Künstliche Intelligenz (KI) aus dem Hause OpenAI. Seitdem ist viel passiert, drei Monate sind eine Ewigkeit für einen lernenden Chatbot. GEW-Mitglied Catrin hat für uns ein Experiment gewagt: Kann die KI eine Unterrichtsstunde planen?

Das Experiment

Ich gehe mit ChatGPT in den Dialog und nutze dabei das Konzept des Prompt Engineering, bei dem die KI durch eine interaktive Kommunikation in einem Chat (Prompts) zwischen Mensch und Maschine trainiert wird. Das Experiment ist verkürzt dargestellt. Alle einzelnen Schritte zur Unterrichtsplanung zum Thema „Märchenmerkmale“ und darüber Hinausgehendes können im weiter unten verlinkten Dokument  nachverfolgt werden. Dort findet ihr neben den hier zum Teil zusammengefasst dargestellten Prompts Vorbereitung, Verlaufsplan und Einstieg den gesamten Dialog mit ChatGPT zu Plateaubildung – also zu einem gemeinsamen Lernzuwachs und Ausgangspunkt – Ergebnissicherung, Anschlusskommunikation, Hausaufgaben und Projektideen, Klassenarbeitskonzeption sowie Nutzung von ChatGPT im Unterricht.

Das sagt Catrin zum Ergebnis:

Zum ersten Mal, seit ich mit ChatGPT arbeite, spuckt die KI vor der eigentlichen Unterrichtsplanung Ideen für Vorüberlegungen aus. Das könnte ein guter Anknüpfungspunkt sein um, die längerfristigen Unterrichtszusammenhänge und damit auch eine Reihenplanung in den Blick zu nehmen. Das werte ich mit Einschränkungen positiv und es ist vorstellbar, diesen Prompt um Diagnoseergebnisse der Lernausgangslage zu konkretisieren.

Das sagt Catrin zum Ergebnis:

ChatGPT erstellt zwar die Tabelle, schlägt von sich aus jedoch kein Material und keine Aufgabenstellungen vor. Ich habe im Folgenden ein Prompt Engineering mit einigen Kriterien für guten und zeitgemäßen Deutschunterricht durchgeführt und dabei unter anderem folgende Schwerpunkte gesetzt: Material und Märchen konkret festlegen, Möglichkeiten zur Differenzierung und Ideen für Hilfsmaterialien erarbeiten, Schüler*innenorientierung und Schüler*innenselbsttätigkeit sowie Kooperation und Kollaboration einbeziehen sowie Ideen für die Arbeit im digitalen Raum entwickeln. Die KI soll auf dieser Basis auch zwei Ausblicke liefern: Wie kann eine Klassenarbeit gemäß der in NRW vorgeschriebenen Aufgabenart aussehen? Wie kann Unterricht zum Thema „Märchenmerkmale“ gestaltet werden, in dem Schüler*innen ChatGPT selbst nutzen?

Foto: freepik

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Kommentare (2)

  • FRiBo Interessantes Praxis-Beispiel, aber ich frage mich: brauchte es für diese Ergebnisse die KI?
    Ich finde, dass hier keine innovative Idee geliefert wurde, auf die ich als Lehrkraft nicht gekommen wäre.
    Dann würde ChatGTP nur Zeit sparen, beim Abtippen...? Oder gleicht sich das mit der Überlegung für einen sinnvollen prompt aus?

    VG
    FRiBo

    PS: Im gedruckten Magazin wird geschrieben, dass das ganze Experiment im social magazine unter lautstark-magazin.tiny.us/experiment-chatgtp zu lesen sei - die URL ist aber defekt?
    • FRiBo Danke für den Link-fix!
      Jetzt mit Sicht auf den ganzen Verlauf muss ich noch loswerden, dass ich die weiteren Ergebnisse (Nummer 4-10) spannender finde.
      Da hätten mich auch die Kommentare von Catrin interessiert ;)

      Meiner Meinung nach ist nämlich die Behauptung "ChatGTP hilft mir bei der Ideenfindung" schwer zu argumentieren - die Merkmale bei 4. und auch die Projektvorschläge sind doch einer Lehrkraft mit etwas Erfahrung eh geläufig...
      Das Ergebnis bei 6 finde ich recht schwach.

      VG
      FRiBo
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